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ORSERDU (Elacestrant) bei Brustkrebs mit ESR1-Mutationen

Informationen zur Durchführung der ESR1-Liquid Biopsy-Untersuchung über die GENOPATH



Die Europäische Kommission hat die Zulassung für ORSERDU® (Elacestrant) erteilt, als Monotherapie zur Behandlung von postmenopausalen Frauen und Männern mit ER+, HER2-, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit aktivierender ESR1-Mutation, deren Erkrankung nach mindestens einer endokrinen Therapie mit einem CDK 4/6-Inhibitor weiter fortschreitet.


Mit dieser Zulassung ist ORSERDU (Elacestrant) die erste Therapie, die speziell für die Behandlung von Tumoren (ER+, HER2-) mit ESR1-Mutationen vorgesehen ist.

Aktivierende ESR1-Mutationen sind erworbene Mutationen, die sich als Folge einer endokrinen Therapie entwickeln und bei bis zu 40 % der Patientinnen mit ER+, HER2- und lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs auftreten. ESR1-Mutationen sind eine bekannte Ursache für eine Resistenz gegen endokrine Standardtherapien und waren bisher schwierig zu behandeln. Angesichts des hohen Anteils von Patienten, die im Verlauf ihrer Metastasierung ESR1-Mutationen entwickeln, ist es wichtig, alle Patientinnen und Patienten mit fortschreitender Krankheit auf derartige Varianten zu testen.


Das Verfahren der Liquid Biopsy („Flüssigbiopsie“) analysiert zellfreie Tumor-DNA (ctDNA, „circulating tumor“ DNA) im Blut von Krebspatienten und ist momentan hauptsächlich als Therapiekontrolle erkrankter Patienten im Einsatz. Der Einsatz von Liquid Biopsy Verfahren ist nicht-invasiv und kann ctDNA, welche von den Tumorzellen ins Blut abgegeben wird, mit vergleichbarer Genauigkeit zur klassischen Gewebebiopsie nachweisen. Grundvoraussetzung hierfür ist die Möglichkeit zum hochsensitiven Nachweis der ctDNA (z.B. mittels NGS-Methodik), da nur sehr kleine Mengen Tumor-DNA im Blut zirkulieren.

Wir haben bereits einen speziellen Liquid-Biopsy-Panel zusammengestellt, welcher darauf ausgelegt ist, alle Mutationen im ESR1-Gen, die für eine Anwendung von ORSERDU (Elacestrant) Voraussetzung sind, nachzuweisen. Neben den Hotspot-Regionen E380, L536, Y537, D538 deckt unser Panel auch weitere Regionen mit seltener auftretenden Mutationen ab.


Abnahmeröhrchen

Wie bereits angedeutet, benötigt man bei der Blutabnahme für die Liquid-Biopsy-Untersuchung spezielle Röhrchen, die die Tumor-DNA stabilisieren und das Platzen der Leukozyten verhindern.

Diese ccfDNA-Röhrchen, die Sie vielleicht schon von Liquid-Biopy-Untersuchungen bei NSCLC kennen, stellen wir zur Verfügung. Dazu konzipieren wir gerade kleine Tüten, die jeweils zwei Röhrchen sowie Informationen und das Material für den Rücktransport enthalten (eine Tüte wird je Patient benötigt). Diese sind kompakter im Vergleich zu den Verpackungen, die wir bis jetzt bei NSCLC verwendet haben, zudem haben wir auf Abnahmebestecke verzichtet, die ja eigentlich überall vorliegen müssten.

Geben Sie uns doch bitte Rückmeldung, wie viele dieser Pakete Sie benötigen.

Da die Röhrchen recht teuer und nicht zu lange haltbar sind, empfehlen wir zunächst zwei Pakete je einsendender externer Praxis.


Rück-Transport der Röhrchen

Der Transport der Liquid-Biopsy-Röhrchen sollte nach der Abnahme möglichst schnell zu uns erfolgen. Am besten wäre über Nacht nach der Abnahme, möglichst aber innerhalb von höchsten zwei oder drei Tagen. Man sollte daher verhindern, dass die Blutabnahme unmittelbar vor dem Wochenende oder einem Feiertag durchgeführt wird.

Um einen möglichst reibungslosen Transport der Rückpakete (Tüten) zu uns zu gewährleisten, versuchen wir aktuell eine Lösung mit der Firma Medlog24 zu erzielen, die einige von Ihnen ja bereits für den Probentransport nutzen. Auch hier wird sich wahrscheinlich in der nächsten Woche eine Lösung dafür ergeben, wobei noch nicht sicher ist, welche Standorte von der Firma angefahren würden. Evtl. wäre es dann auch möglich, häufig einsendende Praxen direkt anzufahren, damit die Röhrchen nicht zuerst über die Pathologie geschleust werden müssten. Alternativ würden wir die Abholung zunächst weiterhin über TNT abwickeln.


Anmerkungen zur Erstattung:

Derzeit ist dieser Test trotz zugelassener Therapie noch keine vertragsärztliche Leistung.

Das Problem ist hier zurzeit, dass es keine EBM-Ziffer gibt, die man für eine Erstattung ansetzen könnte und dass es wahrscheinlich ein halbes Jahr dauern wird, bis diese verfügbar sein wird. Bis dahin muss man, trotz Zulassung der Therapie, auf Umwegen eine Erstattung erreichen.

Der Berufsverband bemüht sich zurzeit um einen Selektivvertrag für die Abrechnung dieser Diagnostik, dessen Ergebnis aber offen ist. Daher werden wir für Kassen-Patienten damit starten, die Erstattung über eine Kostenübernahme-Erklärung zu erreichen. Auch dazu warten wir aktuell noch auf eine Rückmeldung vom Berufsverband, wie dies am besten genau gestaltet werden soll. Problem wird hier sein, dass man mit der Diagnostik erst anfangen kann, wenn eine Zusage durch die Krankenkasse erfolgt ist. Alternativ kann man den Patienten eine IGeL-Leistung für den Fall der Ablehnung anbieten (681,96 €). Auch Privatpatienten (1227,53 €) sollten wir eine Abklärung mit der Kasse im Vorfeld empfehlen, bzw. sollten die Patienten auch hier die Übernahme der Kosten im Falle der Ablehnung durch die Kasse schriftlich bestätigen.

Entsprechende Formulare werden wir nächste Woche vorbereiten und Ihnen zukommen lassen. Falls es Neuigkeiten gibt, melden wir uns natürlich auch sofort. Ansonsten steht Herr Heisiph gerne für Fragen und Erläuterungen zur Verfügung.



Informationen zur EMERALD Phase 3 Studie (NCT03778931):

Die EMERALD Phase 3 Studie ist eine randomisierte, offene, aktiv-kontrollierte Studie zur Bewertung von Elacestrant als Zweit- oder Dritt-Monotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem/metastasiertem Brustkrebs (ER+, HER2-). An der Studie nahmen 478 Patientinnen teil, die zuvor mit einer oder zwei Linien einer endokrinen Therapie, einschließlich eines CDK4/6-Inhibitors, behandelt worden waren. Die Studienteilnehmer erhielten nach dem Zufallsprinzip entweder Elacestrant oder einen zugelassenen Hormonwirkstoff nach Wahl des Studienleiters. Die primären Endpunkte der Studie waren die Progressionsfreie Überlebensrate (Progression-free Survival, PFS) in der gesamten Patientenpopulation sowie von Patienten mit Mutationen des Östrogenrezeptor 1 Gens (Estrogen Receptor 1 Gene, ESR1). In der Gruppe der Patienten, deren Tumore ESR1-Mutationen aufwiesen, erzielte Elacestrant eine mittlere Überlebensrate von 3,8 Monaten gegenüber 1,9 Monaten im Rahmen einer SOC-Therapie (Standard of Care) und reduzierte das Risiko eines Fortschreitens oder des Todes um 45 % (PFS HR=0,55, 95 % CI: 0,39, 0,77) gegenüber einer SOC-Therapie.

Die Menarini Group und Stemline Therapeutics Inc., eine Tochtergesellschaft der Menarini Group, werden das Produkt in Europa vermarkten.

Quellen und weitere Informationen zu ORSERDU® (Elacestrant):




Elacestrant+ESR1-Info der GENOPATH 2023-10
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